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26.09.2011 - Ernährung im Winter

Die kalte Jahreszeit hat uns im Griff und mit ihr die Erkältungswelle. Ob und wie stark die Nase läuft, der Kopf brummt und der Reizhusten uns den Schlaf raubt, hängt auch vom Immunsystem ab. Mit unserer Ernährung können wir seine Arbeit unterstützen.
Das menschliche Immunsystem schützt den Körper u.a. vor eindringenden Bakterien, Viren und Parasiten. Doch es ist kein Einzelkämpfer, sondern unterliegt verschiedenen inneren und äußeren Einflussfaktoren. Damit alle für die Abwehr entscheidenden Stoffwechselvorgänge ablaufen können, ist das Immunsystem auf die ausreichende Zufuhr essentieller Nährstoffe angewiesen, insbesondere Vitamine und Mineralstoffe). Essentiell bedeutet, dass der Körper sie nicht oder nicht in ausreichenden Mengen selbst herstellen kann und sie deshalb von außen zugeführt werden müssen.
Sekundäre Pflanzenstoffe (SPS)
Neben den essentiellen Nährstoffen können auch einige sekundäre Pflanzenstoffe – natürliche Inhaltsstoffe von Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Getreide – immunmodulierend, also stärkend auf das Immunsystem wirken. Sie sind für unsere Gesundheit genauso wichtig wie Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe. Sekundäre Pflanzenstoffe besitzen zahlreiche gesundheitsfördernde Eigenschaften und wichtige Schutzfunktionen. So zeigen einige SPS eine antimikrobielle Wirkung, vermindern also die Zahl und Aktivität krankheitserregender Mikroorganismen. Zu den SPS zählen unter anderem die Carotinoide und Flavonoide.
Power zum Anbeißen
Gerade bei Erkältungskrankheiten kann eine Ernährung, die reich an Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen ist, das Immunsystem stärken. Auch die Anfangsphase von Infektionen ist ein guter Zeitpunkt für den Einsatz der antimikrobiellen Nahrungsinhaltsstoffe. Da eine Infektion zu diesem Zeitpunkt oft nicht bewusst wahrgenommen wird, empfiehlt es sich, Obst, Gemüse und Vollkornprodukten generell den meisten Platz auf unseren Tellern einzuräumen. So wird unser Körper für den Ernstfall vorbereitet.
Nahrungsmittel für die Abwehr
Die antimikrobiellen Eigenschaften von Knoblauch waren bereits Aristoteles und Hippokrates bekannt. Im 2. Weltkrieg wurde Knoblauch als keimabtötendes Mittel (Antiseptikum) gegen Wundbrand verwendet. Knoblauch ist vermutlich die Nahrungspflanze mit der stärksten antimikrobiellen Wirkung. Dieser Effekt beruht auf den darin enthaltenen schwefelhaltigen Verbindungen. Knoblauchsaft hemmt im Reagenzglas (in vitro) selbst bei starker Verdünnung (1:125.000) das Wachstum von Staphylokokken, Streptokokken, Vibrionen, Bazillen, Pilzen und Hefen. Die höchsten Konzentrationen solcher antimikrobiellen Stoffe wurden zwar in Knoblauch nachgewiesen, jedoch kommen sie auch in Zwiebeln, Lauch, Schalotten und Schnittlauch reichlich vor.
Kohlarten wie z.B. Rotkohl oder Spitzkohl enthalten Senföle mit antimikrobieller Wirkung. Somit unterstützen die keimabtötenden „Küchengehilfen“ wie Kresse, Meerrettich und Senf den Organismus bei der Abwehr. Kohlgemüse enthält darüber hinaus Glucosinolate, die ihre antimikrobielle Wirkung speziell in den ableitenden Harnwegen entfalten.
Einzelne Flavonoide (z. B. Quercetin) wirken antimikrobiell, speziell gegen Viren. Die antivirale Wirkung steht vermutlich im Zusammenhang mit ihrer Fähigkeit, virale Proteine (Eiweiße) zu binden sowie die Vermehrung der Viren zu beeinträchtigen. Flavonoide sind weit verbreitete Farbstoffe im gelben oder rot-violetten Farbspektrum. Obst und Gemüse, vor allem Zwiebel, Grünkohl, Äpfel und Beeren, punkten aufgrund ihres Gehalts an Quercetin. Eine klinische Studie ergab, dass Quercetin aus erhitzten Zwiebeln vom Körper am effektivsten verwertet wird – in isolierter Form verabreichtes Quercetin wurde vom Körper deutlich schlechter aufgenommen als Quercetin aus Zwiebeln.
Für die Entwicklung und Funktion des Immunsystems sind auch einzelne Mineralstoffe und Spurenelemente, insbesondere Eisen, Zink und Selen essentiell. Eine Unterversorgung geht Hand in Hand mit einer eingeschränkten Immunantwort. Eine ausreichende Versorgung ist durch eine abwechslungsreiche Mischkost gewährleistet.
Vitamin-C-reiche Obst- und Gemüsesorten wie Kiwi, Zitrusfrüchte, grüner Paprika, Sauerkraut, Rote Rüben und Kartoffeln unterstützen das Immunsystem, wenn uns kalter Wind um die Ohren fegt. Vitamin C bietet zwar keinen Schutz vor Erkältungskrankheiten, es verringert aber Dauer und Schwere der Infektion.
Zwiebeln
Beim Bau der ägyptischen Pyramiden wurden die Arbeiter mit Zwiebeln und Rettich versorgt, um die Schwerstarbeit leisten zu können. Denn Zwiebeln gelten als Geheimnis der Vitalität und Stärke. Und bis heute hat sich der Ruf der Zwiebel als Lebenselixier erhalten. Und ein erstaunliches Heilmittel ist sie auch.
In Knoblauch, Bärlauch, Zwiebel & Co stecken ungeahnte Heilkräfte
Zwiebeln üben eine starke Reizwirkung auf das Verdauungssystem, insbesondere auf Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse, aus. Sie enthalten aber auch selbst den pflanzlichen Wirkstoff Glucokinin, der ähnlich wie das Insulin der Bauchspeicheldrüse den Zuckerstoff- wechsel fördert und so den Zuckergehalt im Blut senkt. Die desinfizierende Kraft der Zwiebel wurde schon im Mittelalter zum Schutz gegen Pest und Cholera genutzt. Aber auch heute noch sind die Zwiebel und ihre würzig schmeckenden Geschwister für medizinische Überraschungen gut:
Die schwefelhaltigen Wirkstoffe aus Zwiebel und Knoblauch schützen Zellwände und Cholesterin vor dem Angriff Freier Radikale und wirken so Gefäßverschlüssen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall entgegen.
Knoblauch und Zwiebeln haben durch ihre Inhaltsstoffe Allicin und Ajoen eine ähnliche Wirkung wie Acetylsalycilsäure, das heute von vielen Menschen in geringer Dosierung als Vorbeugung gegen Thrombosen und Herzinfarkt eingenommen wird.
Zwiebeln oder Knoblauch helfen auch, radioaktive Strahlung besser zu verkraften. Nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl hatten russische Wissenschaftler festgestellt, dass schon relativ geringe Strahlendosen Veränderungen in den Blutgefäßen wie Arteriosklerose und Störungen im Fettstoffwechsel hervorrufen. Sie empfahlen dagegen Zwiebel und Knoblauch, da deren Inhaltsstoffe die Fließfähigkeit des Blutes erhöhen und die Cholesterinwerte senken.
Die schwefelhaltigen Zwiebelwirkstoffe beeinflussen in der Leber direkt die Cholesterinbildung. Sie hemmen dabei die Bildung des \"schlechten\" LDL und fördern das \"gute\" HDL.
Wissenschaftler vom East Birmingham Krankenhaus in England berichten, dass Zinkmangel ein Mitgrund für das Entstehen der Altersflecken ist. Bei Verzehr zinkreicher Nahrungsmittel, wie beispielsweise Zwiebeln könnten die Flecken wieder verschwinden.
Wirkstoffe der Zwiebel sorgen für unauffällige Narben nach Verletzungen oder Operationen. Ab der neunten Woche nach der Wundversorgung muss regelmäßige Narbenpflege mit einem Gel aus Zwiebelextrakt gemacht werden. Das Gel wird zweimal täglich für zehn bis 20 Minuten in die Narbenregion einmassiert.
So wenden Sie die Zwiebel an
Zwiebelsirup bei Husten und Erkä ltung: Mehrere große Zwiebeln in Scheiben schneiden und mit braunem Zucker vermischen. Zwölf Stunden ziehen lassen. Der Saft, der sich bildet, wird mehrmals am Tag esslöffelweise eingenommen. Alternative: Die Zwiebeln werden mit Kandiszucker gedämpft, der entstehende Sirup teelöffelweise stündlich eingenommen. Zwiebelbrei zur äußerlichen Behandlung (bei Entzündungen, Hämorrhoiden, Abszessen): Gehackte Zwiebeln roh mit etwas Wasser zu einem Brei anrühren und auf die betreffenden Körperpartien auftragen.

Quelle: Gesundheit.de

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Stand per 18.05.2012