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30.08.2011 - Homöopathische Hausapotheke

Heilen ohne nachweisbaren Wirkstoff – die meisten Schulmediziner stehen der Homöopathie nach wie vor skeptisch gegenüber. Doch die Behandlungsmethode nach Hahnemann gewinnt immer mehr Anhänger. Zunehmend setzen sich auch Mittel gegen akute Störungen für den Hausgebrauch durch – was wiederum bei Anhängern der klassischen Homöopathie große Skepsis erzeugt.
Zentrale Idee in der Homöopathie ist das Ähnlichkeitsprinzip, das besagt, das Gleiches mit Gleichem geheilt werden kann. Es wird zur Therapie einer Krankheit also genau das Mittel eingesetzt, das beim Gesunden die Symptome der Erkrankung hervorruft. Dabei wirkt die Heilsubstanz nicht speziell gegen die Symptome – wie Fieber, Schmerzen, Durchfall, sondern regt die Selbstheilungskräfte an um das innere Gleichgewicht wieder herzustellen. Dabei gibt es eigentlich nicht DAS Mittel gegen Schmerzen, sondern die Wahl des Mittels hängt von den verschiedenen Symptomen ab, die der Patient aufweist. Und so können beispielsweise bei der Therapie von chronischen Gelenkbeschwerden bei fünf Patienten auch fünf verschiedene Homöopathika zum Einsatz kommen.
Die klassischen Homöopathen benötigen deshalb eine lange Ausbildung, um die vielen Tausend Mittel zu den einzelnen Symptomen zuordnen zu können und genau das eine – für das Individuum in seiner momentan Situation am besten passende – auszuwählen. Eine Abwandlung für den Hausgebrauch sind zum einen Komplexpräparate, die nach dem Schrotschussprinzip mehrere homöopathische Mittel enthalten, die erfahrungsgemäß z. B. für das Symptombündel einer Erkältung besonders gut geeignet sind. Die Hoffnung ist, da die eine oder andere Kugel dabei ins Schwarze trifft. Die zweite Möglichkeit sind „große Mittel“, die recht unspezifisch bei vielen Symptomen helfen, ohne das beste Mittel zu sein. Daraus werden wiederum Substanzen für die homöopathische Hausapotheke zusammengestellt, die bei akuten leichten Beschwerden helfen sollen – zur kompletten Selbstbehandlung oder zum Überbrücken der Zeit bis zur ärztlichen Therapie.
Homöopathische Mittel gibt es in der Apotheke rezeptfrei als Globuli (Streukügelchen), Tabletten, Tropfen, Salben und Zäpfchen; die Namen leiten sich meist von dem lateinischen Namen des Ausgangsstoffes ab – der in speziellen Schritten in verschiedenen Verdünnungsstufen „potenziert“ wird.
Homöopathika für die Hausapotheke
Aus der Vielzahl von Mittel eine Auswahl der „wichtigsten“ zu treffen ist nahezu unmöglich. Die Zusammenstellung wird auch von der persönlichen Situation und typischen Erkrankungsmustern abhängen. Hier ein Vorschlag:
Aconitum: für das Anfangsstadium aller plötzlich und heftig auftretenden Erkrankungen, insbesondere bei Fieber, Schock, starken Schmerzen
Apis: Insektenstiche, Schwellungen anderer Ursache
Arnica: Verletzungsmittel bei Prellung, Quetschung, Verstauchung, Beulen, Blutergüsse, Muskelkater
Belladonna: Alternative zu Aconitum, wenn Fieber mit Schwitzen und rotem heißen Kopf einhergeht; Sonnenstich
Bryonia: Erkältungen mit trockenem Husten, großem Durst und starkem Ruhebedürfnis
Calendula: Wundheilmittel (Schürf, Riss, Schnittwunden); als Essenz für Kompressen einsetzbar
Cantharis: Verbrennungen, Sonnenbrand, Blasenentzündungen
Chamomilla: Zahnbeschwerden, stechende Ohrenschmerzen
Colocynthis: krampfartige Bauchschmerzen
Drosera: Husten mit Würgen und Erbrechen (z. B. Bronchitis, Asthma, Keuchhusten)
Euphrasia: Bindehautentzündung, gereizte Augen
Ipecacuanha: Übelkeit, die sich auch nach häufigem Erbrechen nicht bessert
Ledum: Stichverletzungen, Zeckenstich, Bisswunden
Magnesium phosphoricum: Muskelkrämpfe, Menstruationsbeschwerden
Nux vomica: Magenverstimmung, „Kater“
Okoubaka: Erbrechen, Durchfall, Lebensmittelvergiftung
Pulsatilla: Erkältungen mit dickem, grüngelblichem Sekret
Rhus toxicodendron: Gelenkbeschwerden, Rückenschmerzen (Hexenschuss)
Veratrum album: Kreislaufschwäche (auch im Rahmen von Durchfall und Erbrechen), niedriger Blutdruck
 
Als Potenz empfiehlt sich für den Laien D6 oder D12; für Erfahrenere auch C30. Wie oft die Substanzen im Akutfall genommen werden, hängt von der Substanz und den Beschwerden ab – als Faustregel gilt: 3–5 Globuli in der ersten Stunde alle zehn Minuten, dann 3-mal (D6) täglich bzw. 1- bis 2-mal (D12). Nach 2–3 Tagen können Sie das Mittel wieder absetzen.

Quelle: Gesundheit.de

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Stand per 18.05.2012